Frauenmantel - Alchemilla vulgaris - Die Alchemistin unter den Heilpflanzen
Der Frauenmantel ist eine weit verbreitete Heilpflanze, die eher feuchte Standorte bevorzugt. Besonders morgens zeigt sich die Pflanze von ihrer schönsten Seite, wenn die Blätter den Tau in ihrer Mitte gesammelt haben, der in der Morgensonne wie ein kleiner Diamant funkelt. Alchemisten sammelten diese Tautropfen, denn sie waren von der besonderen Heilkraft überzeugt.
Heute ist der Frauenmantel eine bedeutende Heilpflanze in der Frauenheilkunde und versinnbildlicht die jungfräuliche Empfängins der Muttergottes Maria (die Blüte ist unfruchtbar, die Pflanze ist Selbstbefruchter).
Anwendungen in Form von Tee oder Tinkturen sind bei vielen Frauenleiden angezeigt: Ausfluss, unregelmäßige Menstruation, schmerzhafte Menses (drei Tassen Frauenmanteltee einige Tage vor Einsetzen der Blutung können die Schmerzen verringern. Bei starken Krämpfen hat sich die Zugabe von Gänsefingerkraut bewährt), Beschwerden in Pubertät oder Wechseljahren, Vaginalpilz,...
Auch bei Problemen mit der eigenen Weiblichkeit, z.B. im Klimakterium oder nach Brustamputationen, kann uns Alchemilla unterstützen den Bezug zur weichen, weiblichen, hingabefähigen Seite in uns zu fördern.
"Wir müssen nicht glauben, dass alle Wunder der Natur in anderen Ländern und Erdteilen seinen.
Sie sind überall.
Aber diejenigen, die uns umgeben, achten wir nicht,
weil wir sie von Kindheit an und täglich sehen."
(Johan Peter Hebel)
Löwenzahn - Taraxacum officinale
Als Ruderalpflanze finden wir Taraxacum in unserer unmittelbaren Umgebung wieder. Die Pflanze gedeiht selbst unter unwirtlichen Bedingungen und erscheint gegenüber unseren Zivilisationsgiften (z.B. Pestizide) sehr wiederstandsfähig.
Dies deutet darauf hin, dass der Löwenzahn eine Pflanze der Wahl sein sollte,um den Körper von Umweltgiften zu befreien. Durch seine Bitterstoffe wirkt der Löwenzahn fördernd auf den Gallenfluss. Die harntreibende Wirkung verrät der französische Name "pissenlit" (= Bettpinkler). Zur Unterstützung von Entgiftungskuren eigent sich der Löwenzahn hervorragend.
Die Anwendung kann in Form von Tee, Tinkturen, Frischpflanzensaft oder durch den Verzehr der frischen Blätter und Stengel erfolgen. Auch bei Übergewicht haben sich Kuren mit Löwenzahn bewährt, um das Abnehmen zu erleichtern.
Typische Anwendungsgebiete sind: Gicht, hoher Cholesterinspiegel, Hauterkrankungen, Leber-Gallestörungen, Steinerkrankungen, Rheumatismus.
Zinnkraut - Equisetum arvense
In früheren Zeiten wurden die Sprossen des Zinnkrauts, auch Ackerschachtelhalm genannt, zum Reingen und Polieren von Zinngeschirr gebraucht, da sehr viel Kieselsäure darin enthalten ist.
Gerade wegen dieser löslichen Kieselsäure erklären sich Anwendungsgebiete wie Osteoporose, Wirbelsäulenerkrankungen oder Bindegewebsschwäche. Bei Neigung zu Cellulitis hat es sich, neben weiteren bindegewebsstärkenden Maßnahmen wie Wechselduschen, Trockenbürsten, eine ausgewogene Ernährung oder Einreibungen (z.B. mit einer Mischung aus Jojobaöl mit Zitronenöl und Zypressenöl), bewährt täglich 3 Tassen Zinnkrauttee zu trinken.
Bei der Zubereitung ist darauf zu achten, das Kraut 15-20 Minuten köcheln zu lassen, nur so löst sich die Kieselsäure. Der Tee schmeckt angenehm und erinnert leicht an Vanille. Auch bei Nieren- und Blasenbeschwerden (Nierengrieß, Neigung zu Blasenentzündungen,...) hat sich das Zinnkraut als heilsam erwiesen. Bei Senkungsbeschwerden des Unterleibs empfehlen sich Sitzbäder u.a. mit Zinnkraut und Frauenmantel.
Für Teemuffel bietet sich die Verabreichung als Tinktur an.
Weitere Heilpflanzenportraits folgen.


